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Elefantenfuß
So einfach gehts!
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zum Originalartikel, Mens Health Elefanten-Führerschein in Thailand Ein Führerschein für Elefanten im Dschungel Thailands: Marco Krahl hat die Herausforderung angenommen Unser erstes Date. Und ich gehe gleich auf Tuchfühlung. Nach kurzer Zeit drücke ich mein Gesicht in ihre Haut, runzelig wie die einer Hundertjährigen. Nein, eine Schönheit ist Kommung nicht: aschfahler Teint, Härchen am Kinn, riesige Ohrläppchen. „Sprich mit ihr“, ruft Bodo, der neben drei weiteren Arbeitselefanten steht. "Sie muss dich kennen lernen." Bodo ist die Anstandsdame meines Rendezvous, hier im Dschungel Thailands. Seit Jahren zeigt er Touristen den Umgang mit den Tieren, bildet sie zu Mahouts aus, verleiht ein Zertifikat: den Elefanten-Führerschein. "Wir machen hier nicht so ’nen Disney-Mist", stellt er klar. Wer nur mal auf Dumbo eine Runde drehen will, ist bei ihm falsch. In seinem Camp zählt harte Arbeit, für Mensch und Tier. Kommung und ich müssen in den nächsten Tagen richtig ran. "Ich bin der Bodo aus dem Osten und gehe hier nicht mehr weg" Erst zog's ihn in den Westen, seinen ersten Ausflug machte er nach Hamburg, zu Hagenbecks Tierpark. Dann ging er in den Osten, nach Thailand. Er sprach kein Wort Englisch, geschweige denn Thai, aber das brachte ihn nicht von seinem Vorhaben ab: Er wollte mit Arbeitselefanten umgehen, und die Mahouts sollten es ihm beibringen. Ich bin der Bodo aus dem Osten und gehe hier nicht mehr weg, sagte er damals. Er weiß nicht, ob ihn jemand verstand, aber er durfte bleiben und lernen.
Teil 2: Wie besteige ich einen Elefanten? – Marco Krahl macht es vor... Wie man ohne Seil und Haken ganze drei Tonnen Lebendgewicht erklimmt Jetzt lerne ich. Am nächsten Morgen starten wir, wie jeden Tag, in Mae Sapok. In diesem Mini-Dörfchen am Rande des Doi-Inthanon-Nationalparks steht das Gästehaus von Bodo und seiner Frau Lia. Mit dem Geländewagen geht es über eine sandige Schotterpiste, die sich bergauf schlängelt und im Nichts endet. Dann folgt ein Fußmarsch, dieses Mal bergab. Ein Trampelpfad führt über eine Baumstammbrücke, unter dem der Fluss Mae Wang gurgelt, dann sind wir im Camp, auf 1700 Meter Höhe. Von Elefanten keine Spur. Nur zwei Jungs, Silar und Porn, die beiden Mahouts, sitzen vor ihrer Hütte. "Das Viehzeug ist noch im Wald, wir müssen es holen", sagt Bodo. Direkt am Camp gibt's für die Tiere wenig Nahrung, also kommen sie abends tiefer in den Wald, zum Essen und Schlafen. Sehr tief in den Wald sogar. 40 Minuten schlagen wir uns durch das Gestrüpp bis zu der Stelle, an der die beiden Elefanten-Kühe und ihre Kälber festgemacht sind, mit schweren Ketten. Kommungs Begeisterung mich wiederzusehen hält sich in Grenzen. "Jetzt reitest du sie ins Camp", sagt Bodo. Ich suche noch nach Steigeisen und Sattel, als er schon ein Kommando donnert. Daraufhin neigt das schwere Mädchen seinen Schädel, drückt den Rüssel zu Boden. "Und jetzt rauf da", scheucht mich Bodo. Ein Bocksprung, und ich lande auf ihrem Rücken, der so kratzig ist wie die lederne Rückbank eines ausgedienten Taxis. Meine Lage ist auch nicht die bequemste: Ich klebe auf dem riesigen Ungetüm wie draufgespuckt. In dieser Haltung lässt sich nichts lenken. "Dreh dich um!", brüllt Bodo. Ich sehe dorthin, wo seine Stimme herkommt. "Guck nicht mich an, guck sie an!" Mühsam raffe ich mich auf, sortiere die Beine, mache eine 180-Grad-Wende und rutsche in den Nacken des Tieres. "Haltung einnehmen“, feldwebelt mein Fahrlehrer. Ich schiebe meine Knie über Kommungs Ohren, drücke die Unterschenkel dahinter, wie er es mir erklärt. Wie ein Mopedhelm klemme ich auf dem Dickschädel, zwei Meter über dem Boden. Und jetzt?
Teil 3: Die erste Fahrstunde mit dem "Bulldozer" quer durch den Dschungel Wie man mit 66 Kilogramm ganze 3 Tonnen lenken kann Meine erste Fahrstunde. Um so einen Bulldozer durch unwegsames Gelände zu manövrieren, muss man 2 Dinge beherrschen. Erstens: Gang einlegen, und zwar verbal. „Huuuhh“, rufe ich, so laut es geht. Dann trete ich das Gaspedal, das liegt bei Elefanten irgendwo hinter den Ohren. Also bohre ich meine Zehen in die dicke Haut. Nützt das nichts, helfe ich mit einem Bambusrohr nach. Es soll Mahouts geben, die diese Riesen mit ihrem kleinen Zeh dirigieren. Das schaffe ich nicht, aber wenigstens setzt sich Kommung Richtung Camp in Bewegung, beginnt den Dschungel zu planieren. „Das Viehzeug furzt täglich so viel Methangas, dass ein Auto damit 100 Kilometer weit fahren könnte“ Ab und zu muss ich Ästen ausweichen von Bäumen, die Kommung niederwalzt, während sie sich den Weg bahnt – gnadenlos, bergauf, bergab. Ein Blick nach unten, wo es meterweit abwärts geht, erinnert mich daran, dass dieses Modell keine Sicherheitsgurte hat. Also gilt’s, die Schenkel kräftig zusammenzudrücken. Und nicht die Kommandos zu vergessen, sonst kommt Kommung ins Bummeln. „Huuuuhhh“, brülle ich, bis meine Kehle rau ist wie Elefanten-Haut. Ein Fliegenschwarm bringt mich aus dem Takt. „Treib sie an!“, mahnt Bodo. „Wir wollen schließlich mal ankommen.“ Unmittelbar am Camp staut sich der Mae Wang, bevor er sich den Berg hinabstürzt. Das ist die Waschanlage für die Elefanten. Einmal pro Tag muss man die Tiere baden. Das ist die Aufgabe der Mahouts, also mein Job.
Letzter Teil: Die Abschluss-Prüfung – ob Marco Krahl sie besteht? Neben der Elefanten-Waschanlage folgt für Marco Krahl die letzte Prüfung im Dschungel-Abenteuer Ich greife mir einen Schrubber und führe Kommung ins Wasser, auf Befehl geht sie in die Knie. Zum ersten Mal in meinem Leben verpasse ich einem Elefanten eine Abreibung. „Nicht so zimperlich“, ruft Bodo. Ich schrubbe vorn und hinten, dann legt sie sich auf die Seite, und ich krabbele auf ihren Bauch. Es fühlt sich an, als würde ich auf einem Wasserbett Walzer tanzen. Kommung scheint es zu genießen, dreht sich noch ein wenig, bis ich das Gleichgewicht verliere und neben ihr im Wasser lande. An Land geht die Lackpflege weiter. Das Bad war wichtig, um ihre Haut danach genau unter die Lupe nehmen zu können, denn Verletzungen heilen nur schwer. Deshalb suche ich nach Rissen und Eiterbeulen, kontrolliere die Ohren, wo vielleicht Parasiten nisten, und stochere im Dung, auf der Suche nach Würmern. Arbeitselefanten müssen fit sein, sie sind ja nicht zum Spaß hier. Vor rund 100 Jahren gab’s in Thailand noch etwa 100 000 Arbeitselefanten, die idealen Waldarbeiter. Sie rodeten Bäume, transportierten und stapelten sie, bis der König 1989 das Abholzen zu wirtschaftlichen Zwecken untersagte. Einige Tiere wechselten in den Tourismus, aber die meisten wurden arbeitslos. In Thailand leben heute nur noch zirka 3000 ausgebildete Arbeitselefanten. „Damit stirbt auch das Wissen der Mahouts aus“, sagt Bodo und legt Kommung das Arbeitsgeschirr um. „Ich hoffe, diese Kultur durch meine Arbeit ein wenig bewahren zu können.“ Endlich die Fahrprüfung Mens Health, 11/2005 |
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URLAUB PERFEKT – Das Magazin
Haben Sie den Elefantenführerschein? Aussteiger Bodo Förster (42) hat 2001 das Reiseunternehmen Elephant Special Tours im Nordwesten Thailands gegründet. Der Tierpfleger wohnt im Sommer in Berlin, im Winter leitet er mit seiner Frau Lia in einem kleinen Dorf 60 Kilometer von Chiang Mai ein Elefantencamp. Hier können Urlauber den Elefantenführerschein (weitere Info und Buchung: www.elephant-tours.de) machen. Urlaub Perfekt hat nachgefragt, was Sie bei diesem Abenteuer erwartet. Urlaub Perfekt: Warum führen Sie in Thailand ein Elefantencamp? UP: Was sind Mahouts? UP: Wozu haben die Karen die Elefanten genutzt? UP: Werden die Elefanten heute noch zum Arbeiten eingesetzt? UP: Wie haben Sie die Arbeit mit Elefanten gelernt? UP: Wie viele Arbeitselefanten gibt es heute noch? UP: Sind die Tiere gefährdet? UP: Wie viele Camps gibt es in Thailand? UP: Was spricht für einen Urlaub in Ihrem Camp? UP: Wer bucht so ein Abenteuer? UP: Was sagt ihre Frau zu ihrer Elefantenliebe? UP: Wie läuft eine Reise in ihr Camp ab? UP: Was beeindruckt die Gäste am meisten? UP: Kostet das nicht große Überwindung? UP: Wie läuft die Führerscheinprüfung weiter ab? UP: Kann beim Ritt auf dem Elefanten nichts passieren? UP: Kann sich jeder den Traum vom Ritt auf einem Elefanten erfüllen? UP: Woran liegt das? UP: Wie unterscheiden sich die Welten? UP: Was lernt man für sein Leben? UP: Sie unterstützen Sozialprojekte vor Ort? UP: Welche Projekte planen sie in der Zukunft? UP: Werden Sie ganz nach Thailand gehen? UP: Was gefällt Ihnen besonders in Thailand? UP: Was vermissen Sie in Thailand? erschienen am 18.09.2005 |
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Radio WDR5 Interview Tischgespräch Gisela Keuerleber mit Bodo Förster, Elefantenfachmann
Bodo Förster lebt ein Doppelleben: Im Sommer ist er in Berlin, im Winter arbeitet erin Thailand mit Arbeitselefanten und Touristen. Letztere will er in die Lage versetzen,auf die mächtigen Tiere zu steigen und mit ihnen zu reiten. Seit drei Jahren hat sein Projekt Abenteuer-Ferien Erfolg und trägt Früchte. Bis dahin war es eine lange Durststrecke - aber die Liebe zu den Dickhäutern hat wohl auch Förster ein dickesFell wachsen lassen. Stur hielt er an seiner Idee fest, die Tradition im Norden Thailands mit zu bewahren, in dem er Arbeitselefanten einsetzt. Als die Regierung vor 15 Jahren den Holzeinschlag verboten hatte, gab es für die Mahouts, die Elefantenführer, bald keine Arbeit mehr. Auch die Existenz des kleinen Bergvolkes der Karen war bedroht.Nun transportieren einige von ihnen statt Tropenholz Touristen durch unwegsames Gelände, manche Frauen arbeiten im kleinen Touristencamp und für die Kinder wurdeneine Schule und eine Krankenstation gebaut. Bodo Förster ist seit Jahren ein profunder Elefantenkenner. Als Tierpfleger begann er im Ostberliner Tierpark die Dickhäuter zu lieben, reiste dann nach Laos, Vietnam und wurde schließlich in Thailand ansässig, um mit den Tieren zu arbeiten. Gisela Keuerleber fragt ihn im Tischgespräch nach seiner Elefanten-Liebe und seinem Doppelleben Berlin-Thailand.
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mobil - Das Magazin der Deutschen Bahn
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